POL-WHV: Polizei und VKP geben Tipps zum Thema "Sicherheit rund ums Haus" - Heute: Sicherung und Beschaffenheit von Fenstern - Begleitung auf Twitter unter dem Hashtag #dunkelabersicher

Wilhelmshaven.Jever.Varel (ots) -


Wohnungseinbruch in der dunklen Jahreszeit beeinträchtigt bei jedem
Menschen das Sicherheitsgefühl.

Den Betroffenen machen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren
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POL-WHV: Polizei und VKP geben Tipps zum Thema
Symbolbild
Wilhelmshaven.Jever.Varel (ots) -


Wohnungseinbruch in der dunklen Jahreszeit beeinträchtigt bei jedem
Menschen das Sicherheitsgefühl.

Den Betroffenen machen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren
gegangene Sicherheitsgefühl zu schaffen, psychische Belastungen
stehen meist vor den rein materiellen Schäden.
Umso wichtiger ist es, dass die Einbrecher erst gar nicht ins Haus
gelangen können.

Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland startete Anfang Oktober
ihre Aufklärungskampagne, um die Bürgerinnen und Bürger rund um das
Thema Einbruchschutz zu informieren. Diese Informationsoffensive
erfolgt gemeinsam mit dem Verein zur Förderung kommunaler Prävention
(VKP).

Zum Thema Einbruchschutz werden fortan Hinweise zur Sicherung des
Hauses, Verhaltenshinweise und Hinweise für die anstehenden Online
Veranstaltung am 28.10.2020, am Tag der Sicherheit veröffentlicht.
Nach dem ersten Beitrag, der sich mit der Sicherung von Türen
beschäftigte, stehen heute die Fenster im Fokus:
Übliche Fensterkonstruktionen bieten in der Regel keinen Schutz -
meist werden sie vom Einbrecher mit einfachem Werkzeug aufgehebelt.
Besonders gefährdet sind leicht erreichbare Fenster-, Terrassen- und
Balkontüren.

+++ Worauf kommt es aber bei Fensterrahmen, Beschlägen und
Verglasungen an? +++

In diesem Beitrag aber auch in einem persönlichen Beratungsgespräch
mit dem Präventionsteam der Polizeiinspektion Wilhelmshaven /
Friesland finden Sie die Antworten! Überprüfen Sie allerdings auch
Ihr eigenes Verhalten und beachten Sie folgende Hinweise:
Verschließen Sie die Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei
kurzer Abwesenheit. Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster
und von Einbrechern leicht zu öffnen. Rollläden sollten zur Nachtzeit
- und keinesfalls tagsüber - geschlossen werden, damit sie nicht
sofort Ihre Abwesenheit signalisieren.

+++ Geprüfte einbruchhemmende Fenster, Balkon- und Terrassentüren +++

Bei Neu- und Umbauten erhalten Sie durch den Einbau geprüfter
einbruchhemmender Fenster und Fenstertüren (Balkon- und
Terrassentüren) nach DIN EN 1627 (mindestens Widerstandsklasse [RC]
2) einen guten Einbruchschutz. Diese Fenster werden einer
praxisgerechten Einbruchprüfung unterzogen. So ist sichergestellt,
dass es in der Gesamtkonstruktion (Rahmen, Beschlag, Verglasung)
keinen Schwachpunkt gibt. Es handelt sich damit um ein Fensterelement
"aus einem Guss". Vergleichbare Sicherheit bieten einbruchhemmende
Fenster nach der "alten" DIN V ENV 1627 ab Widerstandsklasse (WK) 2.
Im Einzelfall kann die Widerstandsklasse RC 2 N eingesetzt werden,
bei der auf die Sicherheitsverglasung verzichtet wird.

+++ Kellerfenster +++

Handelt es sich bei den Kellerfenstern um "normale"
Fensterkonstruktionen, z.B. in Souterrain-Wohnungen, empfiehlt es
sich, diese wie Erdgeschossfenster zu sichern oder mit Gittern
auszustatten.

+++ Nachrüstung +++

Bereits eingebaute Fenster und Fenstertüren können nachgerüstet
werden, wodurch sich der Einbruchschutz deutlich verbessern lässt.
Wichtig ist eine fachgerechte Montage der Sicherungen und Beschläge.
Einfache Fensterbeschläge haben keine einbruchhemmende Wirkung.
Geprüfte einbruchhemmende Fensterbeschläge nach DIN 18104 in
Verbindung mit abschließbaren Fenstergriffen erhöhen den
Einbruchschutz.
Bei Holz- oder Kunststofffenstern mit Einhand-Drehkippbeschlägen kann
der vorhandene Beschlag vom Fachbetrieb häufig um Sicherheitselemente
erweitert bzw. gegen einen einbruchhemmenden Beschlag ausgetauscht
werden.

Hinweis:

Abschließbare Fenstergriffe allein reichen nicht aus, weil sie keinen
Aufhebelschutz bieten. Ihre Anwendung ist nur in Verbindung mit einem
einbruchhemmenden Fensterbeschlag sinnvoll.
Eine Nachrüstung mit aufschraubbaren Zusatzsicherungen ist fast immer
möglich. Wichtig ist auch hier eine fachgerechte Montage. Die
Sicherung sollte mindestens an der Griff- und Bandseite erfolgen.
Griffseitige Zusatzsicherungen sollten abschließbar sein.

+++ Verglasungen +++

Übliche Isolierverglasungen haben keine einbruchhemmende Wirkung. Je
nach Gefährdung können im Einzelfall einbruchhemmende
Verbundsicherheitsgläser nach DIN EN 356 ab der Klasse P 4 A
nachgerüstet werden. Ob dies möglich ist, klären Sie am besten in
Rücksprache mit dem Präventionsteam bzw. dem Fachbetrieb.

+++ Gitter +++

Fenster, vor allem häufig gekippte, wie z.B. WC-Fenster, können mit
einem Fenstergitter gesichert werden. Wichtig sind die Stabilität des
Gitters, die fachgerechte Befestigung und die Sicherung gegen
Demontage.
Durch den Einbau geprüfter einbruchhemmender Gitter nach DIN EN 1627
(mindestens Widerstandsklasse [RC] 2) erhält man einen guten
Einbruchschutz. Die Gitterelemente werden einer praxisgerechten
Einbruchprüfung unterzogen. So ist sichergestellt, dass es in der
Gesamtkonstruktion keinen Schwachpunkt gibt (z.B. Anbindung an das
Mauerwerk).

Falls geprüfte Gitter nicht in Frage kommen, genügt manchmal auch ein
vom Schlosser gefertigtes Gitter, das nach folgenden Merkmalen
gefertigt ist:
Mindestens 18 mm dicke Gitterstäbe, Abstand der Gitterstäbe maximal
12 cm, Berührungspunkte der Gitterstäbe verschweißt, massive
Befestigung im Baukörper mit auf den Wandaufbau abgestimmten, nicht
demontierbaren Befestigungsmitteln, mehr als vier Befestigungspunkte.
Bei Kellerfenstern mit massiven Stahllochblenden müssen diese stabil
im Mauerwerk verankert und gegen das Öffnen gesichert werden, z.B.
mit einem Hangschloss oder durch eine Verschraubung der Rahmen.
Andere mögliche Sicherungen sind feststehende Gitter, raumseitig
montierte, abschließbare Fenstergitter oder vorgelegte Riegelstangen,
z.B. aus Flachstahl. Auch Betongitter schützen vor Einbruch. In
Kellerlichtschächten können Täter meist ungesehen "arbeiten".
Betonierten Kellerlichtschächten sollte beim Neubau der Vorzug
gegeben werden. Sie lassen sich mechanisch besonders gut sichern.
Eine effektive Sicherungsart sind Rollenrostsicherungen. Eine gute
einbruchhemmende Wirkung haben auch Elemente aus stahlarmierten
Glasbetonbausteinen.

Kommt dies nicht in Frage, sollten die Gitterroste wenigstens mit
speziellen Abhebesicherungen (am besten an allen vier Ecken)
gesichert werden. Die Sicherungen, idealerweise aus Flacheisen,
sollten tief im Lichtschacht verankert sein.
Bei Kunststofflichtschächten wird die Befestigung im Mauerwerk
empfohlen, bei gut gesicherten Kellerlichtschächten kann auf eine
Sicherung der Kellerfenster selbst verzichtet werden.

+++ Ansprechpartner in der PI Wilhelmshaven/Friesland +++

In Wilhelmshaven steht ihnen Katja Reents, Beauftragte für
Kriminalprävention, unter der Rufnummer 04421-942-108 als
Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Im Landkreis stehen weiterhin Tanja Horst, Sachbearbeiterin
Prävention beim Polizeikommissariat Jever unter der Rufnummer
04461/9211-181 sowie Eugen Schnettler, Sachbearbeiter Prävention beim
Polizeikommissariat Varel unter der Rufnummer 04451/923-146 als
weitere Ansprechpartner zur Verfügung.

Das Präventionsteam bietet darüber hinaus zu diesem Thema Vorträge
und kostenlose persönliche Beratungen vor Ort an. Die Ansprechpartner
nennen Ihnen im Auftrag des Landeskriminalamtes Niedersachsens
"Herstellerverzeichnisse" über geprüfte einbruchhemmende Produkte und
Firmenanschriften, die diese Produkte anbieten.
Weitere Informationen finden sie unter: www.polizei-wilhelmshaven.de


Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Wilhelmshaven / Friesland
Pressestelle Wilhelmshaven
Telefon: 04421/942-104
und am Wochenende über 04421 / 942-215
www.polizei-wilhelmshaven.de
www.twitter.com/Polizei_WHV_FRI


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